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(N)IMMER UNGETEILTE FREUDE

flucht:
fl├╝chtlingslager. fl├╝chtlingsheim. jahrelanges warten. kriminalisiert. des asylmi├čbrauchs verd├Ąchtigt. in schubhaft genommen. abgeschoben.

Seit Mai 1999 ringen die Staaten der EU um gemeinsame asylrechtliche Mindeststandards. Mittlerweile herrscht der Eindruck vor, dass es bei der Debatte um ein gemeinsames Asylrecht nicht um den Schutz von Fl├╝chtlingen, sondern um den ÔÇ×SchutzÔÇť der EU-L├Ąnder vor Menschen, die sich auf der Flucht befinden, geht. Das UNHCR kommentierte den Entwurf der EU-Asylverfahrensrichtlinie 2003 als einen Ansatz, der ÔÇ×...sich in wesentlichen Punkten von anerkanntem internationalen Fl├╝chtlings- und Menschenrecht verabschiedet und von Prinzipien, die seit ├╝ber 50 Jahren etabliert sind.ÔÇť

Politik auf Kosten von Menschenrecht und Menschenleben
J├Ąhrlich schaffen es immer weniger Menschen, in die L├Ąnder der EU einzureisen, das Konzept der Drittstaatsregelungen, Einbeziehung von Verfolgerstaaten und Transitl├Ąnder in eine vorverlagerte Abwehr von Fluchtbewegungen, die ÔÇ×Regionalisierung des Fl├╝chtlingsschutzesÔÇť sind die seit Jahren forcierten fl├╝chtlingspolitischen Konzepte, die einhergehen mit der Aufr├╝stung von Grenzpolizeien und dem Ausbau von Grenzlagern.
Die Zahl der Asylantr├Ąge geht j├Ąhrlich zur├╝ck. Es scheint, als w├Ąren jene Menschen, die sich auf keine Lobby berufen k├Ânnen, die selbst nicht mehr oder nur schwer in der Lage sind, um ihr Recht zu k├Ąmpfen von der herrschenden Politik in eine Gruppe zusammenf├╝hrbar, anhand derer Menschenrechtsstandards im Allgemeinen auf ein niedrigeres Niveau heruntergesetzt werden k├Ânnen.

Seit Anfang 2002 kamen nach offiziellen Angaben ├╝ber 1000 Menschen an den europ├Ąischen Au├čengrenzen ums Leben. Fl├╝chtlinge und MigrantInnen sterben in den Minenfeldern zwischen Griechenland und der T├╝rkei, ertrinken in der ├äg├Ąis, vo den K├╝sten Italiens, in der Meerenge von Gibraltar, auf dem Weg zu den kanarischen Inseln.

Die EU bewilligte auf dem Gipfel in Thessaloniki im Juni 2003 knapp 400 Millionen Euro f├╝r den Ausbau der Grenzschutzagentur. Das Konzept ist l├Ąngst aufgegangen. In den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der Asylsuchenden in der EU mehr als halbiert, 2003 wurden nur noch 288.000 Asylantr├Ąge gestellt, das ist ein R├╝ckgang von ├╝ber 20% im Vergleich zum Vorjahr. Dabei leben laut UNHCR weit ├╝ber 80% der aktuell weltweit zw├Âlf Millionen Fl├╝chtlinge meist unter katastrophalen Bedingungen in der jeweiligen Herkunftsregion.

Heute am Weltfl├╝chtlingstag versinnbildlichen wir:

ÔÇ×(N)IMMER UNGETEILTE FREUDEÔÇť

Die selbstbezogene Unber├╝hrtheit der ├╝ber die Grenzen der ├ťbers├Ąttigung hinausgehenden Gier des ÔÇ×Reichen Wei├čen MannesÔÇť wird in Kontrast zu den Auswirkungen der aufr├╝stung der EU-Au├čengrenzen ÔÇô bzw. zu den f├╝r Menschen, die sich auf der Flucht befinden immer h├Ąufiger un├╝berwindbaren Grenzen in ein EU-Land, das Schutz bieten k├Ânnte ÔÇô gesetzt.

ÔÇ×ES IST ANGERICHTETÔÇť

VeranstalterInnen: frauen.stimmen.gegen.krieg,, ai-fl├╝chtlingsgruppe, salzburg social forum, SOS-Kinderdorf clearing-house Salzburg, Kirche und Arbeitswelt, Losito;

Impressum: Arge Wehrdienstverweigerung & Gewaltfreiheit, M├╝hlbacherhofweg 5, 5020 Salzburg, arge-wdv@gmx.net



arge wdv