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Die Diskussion läuft falsch, nicht die Wehrpflicht ist am Ende, das Bundesheer als Gesamtes gehört entsorgt.
Auch eine Volksbefragung dient nur der Festigung des Heeres, weil ja nicht gefragt wird –> Wollen Sie, dass das Bundesheer abgeschafft wird? sondern
–> Soll a) ein Berufheer eingeführt werden oder b) die allgemeine Wehrpflicht erhalten bleiben?

Die Arge fordert seit Jahren eine ehrliche Diskussion. Wer braucht das Heer und wozu?
Wir brauchen es nicht! Wir wollen es nicht! Das Heer muss weg!
Klar, die Militärs und auch die PolitikerInnen argumentieren mit den Bedrohungsbildern, die sie selbst entworfen haben.
Aber sind wir uns ehrlich, wer glaubt denn an die Bedrohung von Innen, die vom Bundesheer bekäumpt werden soll. Da muss denkenden Menschen ja das Fürchten kommen, wenn gerade die undemokratischte Einrichtung des Landes für die Sicherung der gesellschaftlichen Freiheit eintreten sollte.
Oder was bitte ist denn Terrorismus im Internet, den die Heeresverantwortlichen zu bekämpfen glauben? Wird das Bundesheer nun auch noch neben der Sondereinheit „Pelz” aktiv die InternetuserInnen bespitzeln? Da sagen wir NEIN, auch diese Bedrohung entstammt zwar kreativen Köpfen, ist aber keine Aufgabe des Bundesheeres.
Dann gibt es ja auch noch die Auslandseinsätze: „Denken Sie nur an die aktuellen Verhältnisse in Ägypten, da sollte das Bundesheer in der Lage sein, die ÖsterreicherInnen raus zu holen!” Ja, will wirklich wer, dass das Bundesheer die Charterfüge für die in Clubs festsitzenden UrlauberInnen übernimmt? Oder meinen die Verantwortlichen gar militärische Einsätze in einer „Krisenregion” und auf welcher Seite würden denn die wackeren SoldatInnen kämpfen Mubarak oder El Bardei? Auch da ein klares Nein von der Arge! Wir brauchen keine Fremdenlegion Marke rot-weiss-rot.
Das vielleicht wichtigste Argument der Militärs ist gar kein miltärisches: „Das Sozialsystem bricht zusammen, wenn mit der Wehrpflicht (also nicht einmal mit dem Heer) auch der Zivildienst fällt. Die Hilfseinsätze bei Naturkatastrophen können zivil nicht sicherhgestellt werden.” Auch dieses leidige Thema ist natürlcih kein schlagkräftiges. Nein, das Sozialsystem bricht nicht zusammen, weil es keine Zivildiener mehr gibt, sondern weil die Verantwortlichen die finanziellen Mittel für die Kranken-, Behinderten- und Altenbetreuung nicht zur Verfügung stellen wollen. Ganz im Gegenteil, es wird zukünftig immer wichtiger sein, gut ausgebildetes und gut bezahltes Personal für die größer werden Anforderungen der alternden Gesellschaft einzusetzen, statt nicht ausgebildete Zwangsverpflichtete. Auch die Katastropheneinsätze dienen eher der Imagepflege des Heeres als tatsächlicher Hilfe in der Not. Zivile, gut ausgebildete Einsatzkräfte sind klarerweise effizienter in der Katastrophenbekämpfung und noch dazu billiger!
Da es kein stichhaltiges Argument fĂĽr das Bundesheer gibt, erspart es sich eigentlich ĂĽber das FĂĽr und Wider der Wehrpflicht zu sinnieren.
Klar, es gibt Interessen fĂĽr ein Berufheer und gegen ein Wehrpflichtigenheer, aber die Interessen sind austauschbar. Solange der Apparat sozialdemokratisch dominiert war, war die rechte Opposition fĂĽr den NATO Beitritt natĂĽrlich mit einem Berufsheer. Im Augenblick ist alles ganz anders, jetzt braucht es die Wehrpflicht, damit die Berufssoldaten genug Wehrpflichtige zur VerfĂĽgung haben, um die eigenen Planposten zu rechtfertigen.
Natürlich gibt es auch genug Argumente, dass der Zwangsdienst endlich abgeschafft werden muss. Aber alle Argumente verschleiern nur die Tatsache, dass das Bundesheer als ganzes entsorgt gehört.

© argewdv 1/11



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